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2460
Frau Kurbjuhn, Sie sind seit Dez. 2005 Netzwerkpartnerin bei ArchitektenScout und melden regelmäßig neue Aufträge.
Gibt es ein Erfolgsgeheimnis%u201D oder wie gehen Sie mit den Anfragen um?
Ein Erfolgsgeheimnis gibt es nicht wirklich. Ich rufe bei den Interessanten an, und biete ein völlig unverbindliches Informationsgespräch an und vereinbare einen Termin.
Auf welche Arten von Gebäuden ist Ihr Büro spezialisiert?
Ein- und Mehrfamilienhäuser sind meine Spezialisierung.
Wie kann man sich die/ Ihre vorvertragliche Architektenberatung vorstellen, ab wann kostet es konkret Geld?
Niemals dränge ich mich auf oder ziele auf einen schnellen Vertragsabschluss. Ehrlichkeit und die Beantwortung vieler Fragen, natürlich völlig unverbindlich, sind wichtig, authentisch sollte man sein.
Thema: Kostensicherheit: Wie genau können die Kosten vorhergesehen bzw. kalkuliert werden?
Mit Erfahrung und der Festlegung der Ausführungsqualität können die Kosten ziemlich genau vorhergesehen werden.
Was sind Ihrer Meinung nach die aktuellen Architektur-Trends%u201D?
Ich weiß nicht, ob man von Trends sprechen kann. Die Vorstellung der Architektur richtig sich meist nach dem Intellekt und dem Portemonnaie der Kunden.
Viele Architekten haben das Thema Energiesparen im Fokus. Thema: regenerative Energien bis zum Passivhaus. Haben Sie hier auch Erfahrungen?
Das Thema Energiesparen ist das wichtigste Thema überhaupt und die damit verbundenen Kosten. ich habe damit sehr viel Erfahrung und auch bereits Passivhäuser verwirklicht.
mängelfreie Gebäude sind das Ziel jeder Planung. Was muss dabei beachtet werden- Wieso gibt es so viele Baufehler an Gebäuden?
Die Planung sollte so früh wie möglich auch die Ausführung im Fokus haben, die Ausschreibung sollte sehr genau ausgeführt werden. Die Bauüberwachung und das Miteinander mit allen am Bau Beteiligten ist sehr wichtig.
Was würden Sie jungen Kollegen, die sich grade selbstständig machen wollen, raten?
Meine Empfehlung an junge Kollegen ist, sich selber zurückzunehmen, gut zuzuhören, möglichst viele Informationen Preis zu geben und möglichst erkennen, was der Bauherr möchte. Der Bauherr sollte Vertrauen fassen können.
Vielen Dank für das Interview!
Die Fragen stellte Oliver Preikschat
14-12-2009
Architekt, Interview, Aufträge, Architektur
Das Architekteninterview
2460
Architektin Ingrid
Kurbjuhn
OPTIMAL Planen und Bauen
Möhnesee
Brückenstraße
18
59519
02924
974844
02924
9974845
www.optimal-planen.com
ingrid.kurbjuhn@t-online.de
Planung, Sanierung, Bauleitung, Energieberatung
Architekt
1
2730
Der wegen der geplanten Brücke drohende Ausschluß Dresdens aus dem Weltkulturerbe
Die Unesco lehnt zeitgenössische Architektur nicht grundsätzlich ab - was bedeutet aber diese Formulierung? Und wie wird sie von den Fachleuten ausgelegt? Was sagt der Bürger dazu?
Ein Vergleich: Die Denkmalpfleger wollten damals in Berlin die Gedächtniskirche abreißen - gegen den Willen der Bevölkerung, der sie eigentlich zu dienen haben - den Bürgern ist ihr Erhalt zu verdanken.
Hätten die Denkmalpfleger dem Wiederaufbau der Frauenkirche zugestimmt? - Niemals, sondern erst auf Druck der Bevölkerung! Sie hätten lieber zeitgenössische Architektur gehabt - das, was die Unesco zwar nicht grundsätzlich ablehnt, was doch aber mit Vorbehalten belegt sein muß, aufgrund dieser gewählten Formulierung - warum aber wohl?
Und wenn neben einem Denkmal neu zu bauen ist, so verlangen diese Denkmalpfleger und Wettbewerbsjuroren nach einer kontrastvollen Modernität - und nicht nach historisierenden Neubauten (die sich auch gemäß juristischer Betrachtung viel eher sich einzufügen in der Lage sind).
Problematisch wird es im Fall der Waldschlößchenbrücke, die in eine beschauliche, friedvolle Natur eingefügt werden soll, und zwar in nicht historisierender Bauweise - sondern in moderner, zeitgenössischer Architektur - diese ist aber eben nicht beschaulich, sondern hart und kalt und egoistisch, und kann sich somit eben nur im Kontrast zu der Natur darstellen, trotz der gepriesenen grazilen Form, wie die Juroren loben.
Architektur im traditionellen Sinn wäre hier viel behutsamer in die Auenlandschaft einfügbar - wer empfindet beispielsweise alte, historische Bauten oder Brücken als unharmonisch in die Landschaft integriert, oder gar störend, oder als Fremdkörper?
Obwohl die neue Brücke, die vielleicht den allerhöchsten gestalterischen Anforderungen eines internationalen Wettbewerbes genügen mag - jedenfalls aus Sicht der planenden Befürworter, wie die Brückendesigner, Juroren und Dresdens Verwaltung, von der ja ausdrücklich eine moderne Lösung verlangt wurde - ist es zu der jetzigen, höchst unbefriedigenden Androhung des Ausschlusses vom Weltkulturerbe gekommen - im Interesse der Bürger?
Die Brückenkonstruktion ist in dem Sinne auch nicht neu: sie erinnert durch die Tragbögen an die Fehmarnsundbrücke - im Gegensatz zu dort, verstellen diese Bögen hier in Dresden den weiten Blick, und lassen sie als gewöhnliche zeitgenössische Brücke erscheinen.
Eine harmonische Enge mit den Elbauen einzugehen, ist die geplante Brücke mit ihren vielen aggressiven Details, wie den schrägen Fundamenten, den scharfkantigen Bogenträgern, den V-förmigen Stützen, der Ausbildung der Geländer etc. nicht in der Lage, - obwohl doch im Grunde von Allen Beteiligten gewünscht. Aber Traditionelle Architektur wird von den Fachleuten als Armutszeugnis empfunden.
Die Alternative: eine niedrige, steinerne, mit vielen flachen Bögen -zwei davon über das Wasser- versehene Brücke ( deren Tragkonstruktion natürlich auch aus Stahl oder Beton bestehen kann ), mit folgenden Vorteilen:
verträgliche Architektur, da traditionell im Erscheinungsbild, kein Fremdkörper,
keine modernen, aggressiven Details, die schnell vergänglich sind,
keine störenden Bauteile oberhalb des Brückenkörpers ( zwei Fahrrinnen für die gegenverkehr-liche Schifffahrt sind ohnehin erforderlich).
BauplanerHerr Rainer-Michael Klotz
KLOTZ VOOSEN ASSOZIIERTE
29.04.2009
Architektur Planung Denkmalschutz
EIN PLÄDOYER FÜR EINE VERTRÄGLICHE BRÜCKE
2730
Assoziierte
Klotz Voosen
Berlin
Friedrichstr.
95
10117
architekten@klotz-voosen-ass.de
0
2460
Heizenergie ist teuer und wertvoll. Daher zielen moderne Baumaßnahmen darauf ab die Gebäudehülle so dicht wie möglich auszuführen, damit die kostbare Wärme in den Räumen bleibt.
Zum Wohlfühlen gehört aber auch ein regelmäßiger Luftaustausch. Verbrauchte Luft, Gerüche und Feuchtigkeit müssen nach draußen abgeführt und durch sauerstoffreiche Frischluft ersetzt werden. Dies geschah früher über kleine Fugen und Ritzen, sozusagen automatisch.
In Zeiten energiesparender, dichter Bauweise müssen Sie dem notwendigen Luftaustausch auf die Sprünge helfen und selbst für ein gesundes Wohnklima sorgen: durch richtiges Lüften.
Bei ganz geöffnetem Fenster sollten Sie so lange Stoß lüften, bis ein kompletter Luftaustausch stattgefunden hat und die Innenbauteile noch nicht ausgekühlt sind.
Woher kommt die Feuchtigkeit?
Beispiele: 15 Topfpflanzen geben pro Tag 3,6 Liter Wasser an die Raumluft ab.
3 Stunden Kochen und Nassreinigen ergeben 3 Liter Wasser. 4 Duschbäder à 15 Minuten sind weitere 2,6 Liter.
Ausreichendes Lüften verhindert Schimmel und Kopfschmerzen.
Temperatur und Feuchtegehalt der Luft bestimmen wesentlich das Wohnklima.
Luft kann Wasser in Form von Dampf aufnehmen, speichern uns als Kondensat abgeben. Die Menge des maximal aufnehmenden Wasserdampfes ist von der Lufttemperatur abhängig.
Luft von 0 °C beispielsweise kann 5 g Wasserdampf pro Kubikmeter aufnehmen, Luft von 20 °C dagegen bereits 17 g / m³.
Diese maximale aufnehmbare Wasserdampfmenge entspricht einer jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeit von 100 %.
Umgekehrt kann die Luft bei Abkühlung die ursprüngliche Wassermenge nicht mehr speichern, der so genannte Taupunkt wird erreicht. Es entsteht Kondensat.
In Wohnräumen kann dies an den kälteren Oberflächen von Außenbauteilen geschehen, wie etwa in Zimmerecken, Fensterlaibungen oder sonstigen Kältebrücken.
Den Feuchtegehalt in Wohnräumen kann man durch richtiges Lüften beeinflussen. Die Oberflächentemperatur innen an den Außenbauteilen wird durch die Wärmedämmung der Konstruktion bestimmt.
Je besser die Wärmedämmung, desto höher ist die Innenoberflächentemperatur und desto weniger besteht die Gefahr von Kondensatbildung. Feuchteschäden, wie etwa Schimmel werden vermieden.
Architektin Ingrid Kurbjuhn
28.04.2009
Feuchteschäden Lüften
Feuchtigkeitsschutz: Richtiges Lüften beugt Feuchtigkeit und Schadstoffen vor
2460
Architektin Ingrid
Kurbjuhn
OPTIMAL Planen und Bauen
Möhnesee
Brückenstraße
18
59519
02924
974844
02924
9974845
www.optimal-planen.com
ingrid.kurbjuhn@t-online.de
Planung, Sanierung, Bauleitung, Energieberatung
Architekt
1
2677
Aus den Zeiten, als noch nicht alle genug zu essen hatten, stammt die Geschichte von dem dicken reichen Bauern, der jeden Tag Wurst und Speck aß und dennoch frühzeitig sterben musste. Häuser sind in gewisser Hinsicht wie Menschen auch bei ihnen muss alles gut abgestimmt sein, damit sie uns gefallen und nützlich sind, ohne aufwendige Bedienung auskommen, nicht allzu großen Aufwand verursachen, nicht leer stehen, unter ihren Baukosten verkauft oder gar abgerissen werden müssen ohne dass sie sich amortisiert haben. Viele erinnern aber heute noch sehr an den dicken Bauern sie sind schlecht angezogen, haben einen zu großen Umfang nebst unnützen Vorsprüngen und verschlingen eine Menge Energie. Das kommt daher, dass man bei ihrer Planung bzw. ihrer Renovierung nicht alle, sondern nur einzelne ihrer zum Wohlbefinden erforderlicher Eigenschaften beachtete.
So wurden im Mittelalter feste Burgen gebaut, die zwar einen gewissen Schutz boten, aber deren Errichtung äußerst aufwendig war und die den Bewohnern nur spärlichen Komfort boten noch weniger die jämmerlichen Landarbeiterkaten und bescheidenen Bauern- oder Fischerhäuser, deren Errichtung dafür aber weniger Kraft kosteten. In der Neuzeit hatte man dann gelernt, Häuser entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen zweckmäßig, haltbar und schön zu bauen. Wenn diese, schon von dem antiken Vitruv erwähnten Ziele der Architektur erreicht waren, gab man sich bereits zufrieden wobei von utilitas, firmitas und venustas wenigstens hierzulande nur der mittlere Begriff einigermaßen verstanden wurde, während die anderen beiden Fremdwörter blieben, unter denen sich jeder etwas anderes vorstellte.
Sehen wir uns diesbezüglich mal den Massenwohnungsbau an, dessen Ergebnis auch heute noch einen erheblichen Teil unserer gebauten Umwelt ausmacht beispielsweise die Arbeitersiedlungshäuser der dreißiger Jahre, die hier in Neubrandenburg im Vogelviertel erhalten geblieben sind: Sie stehen heute noch, daher scheint mit der Statik alles in Ordnung zu sein. Ihr Aussehen ist so, dass sie zwar niemals als Sehenswürdigkeiten der Stadt erwähnt werden, aber anderseits beleidigen Sie das Auge auch nicht man kann mit ihnen auskommen. Wie steht es aber mit der Zweckmäßigkeit? Wie erfüllen die Häuser die Bedürfnisse der Bewohner nach Brauchbarkeit und Bequemlichkeit bzw. das Ziel der Besitzer, sich mit möglichst geringem Aufwand möglichst großen Nutzen und Gewinn zu verschaffen?
Damit Wohnungen wohnlich sind, müssen sie nicht nur entsprechend angeordnete Räume in der den Bedürfnissen angepassten Größe haben, sondern man muss es auch in ihnen aushalten können. Letzteres wird vor allem durch die Gewährleistung einer als angenehm empfundenen Temperatur, ausreichende Durchlüftung, Versorgung auch mit Warmwasser und Gewährleistung der benötigten Belichtung erreicht. Während die Architekten es verstehen, die erste Aufgabe entsprechend dem jeweils geforderten Standart zu lösen, wurde die zweite bisher noch vernachlässigt. Obwohl schon seit geraumer Zeit bekannt ist wie die energetischen Aufgaben bewältigt werden können, befinden sich die entsprechenden Lösungen bei den meisten Häusern auch heute noch fast auf mittelalterlichem Niveau im Gegensatz zu etwa der Fahrzeugindustrie. Obwohl diese wesentlich jünger ist als das Bauwesen, wurden die Autos im Laufe der hundert Jährlein, die seit ihrer Erfindung vergangen sind, so durchtüftelt, dass sie bei minimalem Treibstoffverbrauch ein Maximum an Leistung und Komfort bringen. Die Folge: Bei uns wird gegenwärtig noch 40% des gesamten Primärenergieverbrauchs für Raumwärme verschwendet, und das, obwohl es jetzt schon vereinzelte Passivhäuser gibt, die gegenüber der konventionellen Bauweise 80 % Energie einsparen und sich obendrein noch infolge des gut funktionierenden Lüftungssystems durch eine höhere thermische Behaglichkeit auszeichnen.
Wenn man sich solche Häuser, wie sie beispielsweise im Vogelviertel stehen, näher ansieht, ist das kein Wunder. Sie wurden so gebaut, wie es damals erschwinglich und praktisch war: 38er Ziegelwände, nicht besonders luftdicht in die Außenwände eingebaute Einfach- bestenfalls Kastenfenster mit Eisblumen im Winter, ungedämmte Massivdecke in Form einer Preußischen Kappe (schwach gewölbte Ziegel zwischen Stahlträgern) zum unbeheizten Keller, Holzbalkendecke mit Lehmauffüllung, kaum gedämmte Kehlbalkendecke zum Spitzboden. Solche Häuser sind nur warm zu kriegen, wenn sie gut geheizt werden. Früher qualmten die Schornsteine. Inzwischen ist die Ofenheizung durch Zentralheizung und Fernheizung ersetzt worden der Energieverbrauch hat sich dadurch aber nicht verringert. Die Leute waren froh, dass sie überhaupt ein Dach überm Kopf hatten; wenn die Briketts nicht reichten, heizten sie damals eben nicht. Es entstanden natürlich auch anders gebaute Häuser wie etwa protzige Fabrikantenvillen, städtische Mehrfamilienhäuser und vieles anderes mehr. Aber auch die haben mit den beschriebenen das Gemeinsame, dass man in die zweckmäßige Planung den späteren Energieverbrauch nicht einbezog. Besonders wurde diesbezüglich in solchen Zeiten gesündigt, wo kurzfristig mit möglichst geringem Aufwand die Wohnungsfrage gelöst werden musste wie etwa in den Nachkriegsjahren.
Die Wirtschaftlichkeit eines Hauses beruht eben nicht nur auf den Baukosten, sondern auch auf den Betriebskosten. Spätestens als die Energiekosten plötzlich anstiegen wie während den Ölkrisen 1973 und 1979, merkte man, dass es unwirtschaftlich ist so billig wie möglich zu bauen. Vor allem eine unzureichend gedämmte Gebäudehülle, aber auch wärmetechnisch nicht durchdachte Bauformen und uneffiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen verursachen solch hohe Betriebskosten, dass diese nicht durch niedrigere Baukosten kompensieret werden können. Heute hat man verstanden, dass wir nicht reich genug sind, um weiter so billig bauen zu können - und dementsprechend wurden sporadisch sich verschärfende Verordnungen erlassen, welche den Energieverbrauch einschränken sollen: Die sich von Mal zu Mal verschärfenden Wärmeschutzverordnungen
1977,1982 und 1995, die Energieeinsparverordnungen 2001, 2007 und 2009. Die EnEV2009 wurde am 18.03.09 beschlossen.
Der überwiegende Anteil unseres Wohnbestandes wurde jedoch bereits vor dem Inkrafttreten dieser Gesetze geschaffen, ca. 80% des Gebäudebestandes in Deutschland kann als Altbaubestand bezeichnet werden. Um ihn auf das zeitgenössische und jetzt gesetzlich vorgeschriebene Niveau zu bringen, müssen die Häuser rekonstruiert werden denn Gebäude sind nun mal wesentlich teurer als Autos. Abwrackprämien für ihren Abriss sind nicht zu erwarten.
Damit die erforderlichen Maßnahmen sich lohnen, müssen sie wohlüberlegt sein, muss u. a. eine auf der Grundlage einer lückenlosen Bestandsaufnahme fußende Bilanz zwischen der wünschenswerten Einsparung an Energie und den für diese notwendigen Rekonstruktionskosten aufgestellt werden. Dazu dient die jetzt verfügbare Gebäudeenergieberatung, die vom Staat gefördert wird, da die aus ihr resultierenden Maßnahmen nicht nur im Interesse der Hausbesitzer, sondern auch der Allgemeinheit sind - Sie tragen zur Reduzierung des Primärenergieverbrauchs, zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit zum Umweltschutz bei. Obwohl infolge des riesigen Bestandes an Altbauten ein großer Bedarf an Gebäudeenergieberatung zu erwarten ist und die Architekten die erforderlichen Grundkenntnisse zur allseitigen Erfassung der Gebäudesubstanz besitzen, gibt es zur Zeit noch wenige, die sich die erforderlichen zusätzliche Qualifikation angeeignet haben, um entsprechend den Vorschriften des Gesetzesgebers als Gebäudeenergieberater tätig sein zu können und das Recht haben, einen den Förderungsrichtlinien entsprechenden Beratungsbericht zu verfassen. Einen von ihnen kann man im Internet unter www.brunies.de aufrufen.
Mit der Beachtung der Energieeffizienz ist das Ziel der Bauplanung um ein neues Element erweitert worden, das auch auf die Formgebung nicht ohne Einfluss sein wird. Denn auch die Gebäudeform hat Einfluss auf den Energieverbrauch. Beispielsweise ist bekannt, dass spitz- und rechtwinklig aufeinanderstoßende Außenwände geometrische Wärmebrücken bilden. Was spricht also dagegen, auch die Gebäudeecken von Wohnhäusern auszurunden, wie es bei manchen Museen und anderen unikalen Gesellschaftsbauten zu sehen ist - etwa an den Le Corbusier-Kirchen Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp und Sainte Pierre? Gewiss ist die Bauausführung rechtwinkliger Gebäudeecken einfacher, zumal sich die Bauindustrie sich so etwas zwar schon angeeignet hat, aber noch nicht so, dass es in jedem beliebigem Fall wirtschaftlich ist - wie auch solche für Passivhäuser erforderlichen Bauelemente wie Fenster mit Dreischeibenverglasung in Warmrahmen und andere Bauelemente, welche die thermische Qualität der Gebäudehülle verbessern. Daher sind Passivhäuser gegenwärtig noch ca.10% teurer als andere. Das liegt aber nur daran, dass die Massenproduktion solcher Elemente noch nicht in Gang gekommen ist. Aber auch heute ist schon in den meisten Fällen die teurere, aber energieeffiziente Bauweise bei Neu- und Umbauten wirtschaftlich gerechtfertigt, da sie durch die niedrigeren Betriebskosten kompensiert werden.
Um sagen zu können, was sich lohnt und was nicht, ist allerdings eine sorgfältige Analyse des betreffenden Gebäudes erforderlich, die aber vertretbar ist, da durch die richtigen Maßnahmen Kosten eingespart werden. Wenn die Autoindustrie die bei der Herstellung größeren Aufwand verursachenden, dafür aber bei der Nutzung effizienteren Lösungen bevorzugt warum soll das dann bei der Bauindustrie nicht auch möglich sein?
Alle Zweige des menschlichen Schaffens entwickeln sich dadurch, dass man sie immer komplexer versteht. Immer neue Teilgebiete treten in den Fordergrund, müssen in die Überlegungen mit einbezogen werden und führen zu weiterer Spezialisierung und Kooperation. Heute ist es die Einbeziehung der Energieeffizienz in die Planung der Gebäude und damit ein erweitertes Verständnis ihres Zweckes. Von hier und heute geht eine Epoche der Baugeschichte aus und wir können sagen, dass wir dabei sind - es wurde jetzt offensichtlich, dass zu einer guten Bauplanung auch die Minimierung des Energieverbrauchs gehört.
Diplomingenieur Hans-Dietrich Brunies
www.brunies.de
27.04.2009
architektur ENEV Wärmeschutz ArchitektEnergiehaushalt energieeffizienz
Architektur und Energie
2677
Hans-Dietrich
Brunies
Neubrandenburg
Clara-Zetkin-Straße
53
17033
0395
3684013
www.brunies.de
brunies.hd@freenet.de
Vorlageberechtigter Diplomarchitekt steht zur Bauplanung von Wohn- und Gesellschaftsbauten zur Verfügung
Arbeitsprofil:
Neubau und Umbau: Anbauten, Lückenbebauung, Renovierung, Denkmalpflege,
Verknüpfung von Wohnbauten mit Gewerbeflächen und Garagen
Leistungen:
- Bauberatung, Bauanalyse, Aufmaß bestehender Substanz, sämtliche Leistungen der Gebäudeplanung einschließlich Kostenermittlung von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung und Objektbetreuung
- Wärmeschutznachweis mit Energiepass, Schallschutznachweis, Bebauungspläne
-Übernahme von Leistungen der Tragwerksplanung und der Technischen Ausrüstung zur Weiterleitung an kooperierende Ingenieurbüros bzw. Vermittlung solcher Büros zur direkten Beauftragung
0Programmierung: www.webwindow.info
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Frau Kurbjuhn, Sie sind seit Dez. 2005 Netzwerkpartnerin bei ArchitektenScout und melden regelmäßig neue Aufträge.
Gibt es ein Erfolgsgeheimnis%u201D oder wie gehen Sie mit den Anfragen um?
Ein Erfolgsgeheimnis gibt es nicht wirklich. Ich rufe bei den Interessanten an, und biete ein völlig unverbindliches Informationsgespräch an und vereinbare einen Termin.
Auf welche Arten von Gebäuden ist Ihr Büro spezialisiert?
Ein- und Mehrfamilienhäuser sind meine Spezialisierung.
Wie kann man sich die/ Ihre vorvertragliche Architektenberatung vorstellen, ab wann kostet es konkret Geld?
Niemals dränge ich mich auf oder ziele auf einen schnellen Vertragsabschluss. Ehrlichkeit und die Beantwortung vieler Fragen, natürlich völlig unverbindlich, sind wichtig, authentisch sollte man sein.
Thema: Kostensicherheit: Wie genau können die Kosten vorhergesehen bzw. kalkuliert werden?
Mit Erfahrung und der Festlegung der Ausführungsqualität können die Kosten ziemlich genau vorhergesehen werden.
Was sind Ihrer Meinung nach die aktuellen Architektur-Trends%u201D?
Ich weiß nicht, ob man von Trends sprechen kann. Die Vorstellung der Architektur richtig sich meist nach dem Intellekt und dem Portemonnaie der Kunden.
Viele Architekten haben das Thema Energiesparen im Fokus. Thema: regenerative Energien bis zum Passivhaus. Haben Sie hier auch Erfahrungen?
Das Thema Energiesparen ist das wichtigste Thema überhaupt und die damit verbundenen Kosten. ich habe damit sehr viel Erfahrung und auch bereits Passivhäuser verwirklicht.
mängelfreie Gebäude sind das Ziel jeder Planung. Was muss dabei beachtet werden- Wieso gibt es so viele Baufehler an Gebäuden?
Die Planung sollte so früh wie möglich auch die Ausführung im Fokus haben, die Ausschreibung sollte sehr genau ausgeführt werden. Die Bauüberwachung und das Miteinander mit allen am Bau Beteiligten ist sehr wichtig.
Was würden Sie jungen Kollegen, die sich grade selbstständig machen wollen, raten?
Meine Empfehlung an junge Kollegen ist, sich selber zurückzunehmen, gut zuzuhören, möglichst viele Informationen Preis zu geben und möglichst erkennen, was der Bauherr möchte. Der Bauherr sollte Vertrauen fassen können.
Vielen Dank für das Interview!
Die Fragen stellte Oliver Preikschat
14-12-2009
Architekt, Interview, Aufträge, Architektur
Das Architekteninterview
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Architektin Ingrid
Kurbjuhn
OPTIMAL Planen und Bauen
Möhnesee
Brückenstraße
18
59519
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974844
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Planung, Sanierung, Bauleitung, Energieberatung
Architekt
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Der wegen der geplanten Brücke drohende Ausschluß Dresdens aus dem Weltkulturerbe
Die Unesco lehnt zeitgenössische Architektur nicht grundsätzlich ab - was bedeutet aber diese Formulierung? Und wie wird sie von den Fachleuten ausgelegt? Was sagt der Bürger dazu?
Ein Vergleich: Die Denkmalpfleger wollten damals in Berlin die Gedächtniskirche abreißen - gegen den Willen der Bevölkerung, der sie eigentlich zu dienen haben - den Bürgern ist ihr Erhalt zu verdanken.
Hätten die Denkmalpfleger dem Wiederaufbau der Frauenkirche zugestimmt? - Niemals, sondern erst auf Druck der Bevölkerung! Sie hätten lieber zeitgenössische Architektur gehabt - das, was die Unesco zwar nicht grundsätzlich ablehnt, was doch aber mit Vorbehalten belegt sein muß, aufgrund dieser gewählten Formulierung - warum aber wohl?
Und wenn neben einem Denkmal neu zu bauen ist, so verlangen diese Denkmalpfleger und Wettbewerbsjuroren nach einer kontrastvollen Modernität - und nicht nach historisierenden Neubauten (die sich auch gemäß juristischer Betrachtung viel eher sich einzufügen in der Lage sind).
Problematisch wird es im Fall der Waldschlößchenbrücke, die in eine beschauliche, friedvolle Natur eingefügt werden soll, und zwar in nicht historisierender Bauweise - sondern in moderner, zeitgenössischer Architektur - diese ist aber eben nicht beschaulich, sondern hart und kalt und egoistisch, und kann sich somit eben nur im Kontrast zu der Natur darstellen, trotz der gepriesenen grazilen Form, wie die Juroren loben.
Architektur im traditionellen Sinn wäre hier viel behutsamer in die Auenlandschaft einfügbar - wer empfindet beispielsweise alte, historische Bauten oder Brücken als unharmonisch in die Landschaft integriert, oder gar störend, oder als Fremdkörper?
Obwohl die neue Brücke, die vielleicht den allerhöchsten gestalterischen Anforderungen eines internationalen Wettbewerbes genügen mag - jedenfalls aus Sicht der planenden Befürworter, wie die Brückendesigner, Juroren und Dresdens Verwaltung, von der ja ausdrücklich eine moderne Lösung verlangt wurde - ist es zu der jetzigen, höchst unbefriedigenden Androhung des Ausschlusses vom Weltkulturerbe gekommen - im Interesse der Bürger?
Die Brückenkonstruktion ist in dem Sinne auch nicht neu: sie erinnert durch die Tragbögen an die Fehmarnsundbrücke - im Gegensatz zu dort, verstellen diese Bögen hier in Dresden den weiten Blick, und lassen sie als gewöhnliche zeitgenössische Brücke erscheinen.
Eine harmonische Enge mit den Elbauen einzugehen, ist die geplante Brücke mit ihren vielen aggressiven Details, wie den schrägen Fundamenten, den scharfkantigen Bogenträgern, den V-förmigen Stützen, der Ausbildung der Geländer etc. nicht in der Lage, - obwohl doch im Grunde von Allen Beteiligten gewünscht. Aber Traditionelle Architektur wird von den Fachleuten als Armutszeugnis empfunden.
Die Alternative: eine niedrige, steinerne, mit vielen flachen Bögen -zwei davon über das Wasser- versehene Brücke ( deren Tragkonstruktion natürlich auch aus Stahl oder Beton bestehen kann ), mit folgenden Vorteilen:
verträgliche Architektur, da traditionell im Erscheinungsbild, kein Fremdkörper,
keine modernen, aggressiven Details, die schnell vergänglich sind,
keine störenden Bauteile oberhalb des Brückenkörpers ( zwei Fahrrinnen für die gegenverkehr-liche Schifffahrt sind ohnehin erforderlich).
BauplanerHerr Rainer-Michael Klotz
KLOTZ VOOSEN ASSOZIIERTE
29.04.2009
Architektur Planung Denkmalschutz
EIN PLÄDOYER FÜR EINE VERTRÄGLICHE BRÜCKE
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Assoziierte
Klotz Voosen
Berlin
Friedrichstr.
95
10117
architekten@klotz-voosen-ass.de
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Heizenergie ist teuer und wertvoll. Daher zielen moderne Baumaßnahmen darauf ab die Gebäudehülle so dicht wie möglich auszuführen, damit die kostbare Wärme in den Räumen bleibt.
Zum Wohlfühlen gehört aber auch ein regelmäßiger Luftaustausch. Verbrauchte Luft, Gerüche und Feuchtigkeit müssen nach draußen abgeführt und durch sauerstoffreiche Frischluft ersetzt werden. Dies geschah früher über kleine Fugen und Ritzen, sozusagen automatisch.
In Zeiten energiesparender, dichter Bauweise müssen Sie dem notwendigen Luftaustausch auf die Sprünge helfen und selbst für ein gesundes Wohnklima sorgen: durch richtiges Lüften.
Bei ganz geöffnetem Fenster sollten Sie so lange Stoß lüften, bis ein kompletter Luftaustausch stattgefunden hat und die Innenbauteile noch nicht ausgekühlt sind.
Woher kommt die Feuchtigkeit?
Beispiele: 15 Topfpflanzen geben pro Tag 3,6 Liter Wasser an die Raumluft ab.
3 Stunden Kochen und Nassreinigen ergeben 3 Liter Wasser. 4 Duschbäder à 15 Minuten sind weitere 2,6 Liter.
Ausreichendes Lüften verhindert Schimmel und Kopfschmerzen.
Temperatur und Feuchtegehalt der Luft bestimmen wesentlich das Wohnklima.
Luft kann Wasser in Form von Dampf aufnehmen, speichern uns als Kondensat abgeben. Die Menge des maximal aufnehmenden Wasserdampfes ist von der Lufttemperatur abhängig.
Luft von 0 °C beispielsweise kann 5 g Wasserdampf pro Kubikmeter aufnehmen, Luft von 20 °C dagegen bereits 17 g / m³.
Diese maximale aufnehmbare Wasserdampfmenge entspricht einer jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeit von 100 %.
Umgekehrt kann die Luft bei Abkühlung die ursprüngliche Wassermenge nicht mehr speichern, der so genannte Taupunkt wird erreicht. Es entsteht Kondensat.
In Wohnräumen kann dies an den kälteren Oberflächen von Außenbauteilen geschehen, wie etwa in Zimmerecken, Fensterlaibungen oder sonstigen Kältebrücken.
Den Feuchtegehalt in Wohnräumen kann man durch richtiges Lüften beeinflussen. Die Oberflächentemperatur innen an den Außenbauteilen wird durch die Wärmedämmung der Konstruktion bestimmt.
Je besser die Wärmedämmung, desto höher ist die Innenoberflächentemperatur und desto weniger besteht die Gefahr von Kondensatbildung. Feuchteschäden, wie etwa Schimmel werden vermieden.
Architektin Ingrid Kurbjuhn
28.04.2009
Feuchteschäden Lüften
Feuchtigkeitsschutz: Richtiges Lüften beugt Feuchtigkeit und Schadstoffen vor
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Architektin Ingrid
Kurbjuhn
OPTIMAL Planen und Bauen
Möhnesee
Brückenstraße
18
59519
02924
974844
02924
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www.optimal-planen.com
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Planung, Sanierung, Bauleitung, Energieberatung
Architekt
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Aus den Zeiten, als noch nicht alle genug zu essen hatten, stammt die Geschichte von dem dicken reichen Bauern, der jeden Tag Wurst und Speck aß und dennoch frühzeitig sterben musste. Häuser sind in gewisser Hinsicht wie Menschen auch bei ihnen muss alles gut abgestimmt sein, damit sie uns gefallen und nützlich sind, ohne aufwendige Bedienung auskommen, nicht allzu großen Aufwand verursachen, nicht leer stehen, unter ihren Baukosten verkauft oder gar abgerissen werden müssen ohne dass sie sich amortisiert haben. Viele erinnern aber heute noch sehr an den dicken Bauern sie sind schlecht angezogen, haben einen zu großen Umfang nebst unnützen Vorsprüngen und verschlingen eine Menge Energie. Das kommt daher, dass man bei ihrer Planung bzw. ihrer Renovierung nicht alle, sondern nur einzelne ihrer zum Wohlbefinden erforderlicher Eigenschaften beachtete.
So wurden im Mittelalter feste Burgen gebaut, die zwar einen gewissen Schutz boten, aber deren Errichtung äußerst aufwendig war und die den Bewohnern nur spärlichen Komfort boten noch weniger die jämmerlichen Landarbeiterkaten und bescheidenen Bauern- oder Fischerhäuser, deren Errichtung dafür aber weniger Kraft kosteten. In der Neuzeit hatte man dann gelernt, Häuser entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen zweckmäßig, haltbar und schön zu bauen. Wenn diese, schon von dem antiken Vitruv erwähnten Ziele der Architektur erreicht waren, gab man sich bereits zufrieden wobei von utilitas, firmitas und venustas wenigstens hierzulande nur der mittlere Begriff einigermaßen verstanden wurde, während die anderen beiden Fremdwörter blieben, unter denen sich jeder etwas anderes vorstellte.
Sehen wir uns diesbezüglich mal den Massenwohnungsbau an, dessen Ergebnis auch heute noch einen erheblichen Teil unserer gebauten Umwelt ausmacht beispielsweise die Arbeitersiedlungshäuser der dreißiger Jahre, die hier in Neubrandenburg im Vogelviertel erhalten geblieben sind: Sie stehen heute noch, daher scheint mit der Statik alles in Ordnung zu sein. Ihr Aussehen ist so, dass sie zwar niemals als Sehenswürdigkeiten der Stadt erwähnt werden, aber anderseits beleidigen Sie das Auge auch nicht man kann mit ihnen auskommen. Wie steht es aber mit der Zweckmäßigkeit? Wie erfüllen die Häuser die Bedürfnisse der Bewohner nach Brauchbarkeit und Bequemlichkeit bzw. das Ziel der Besitzer, sich mit möglichst geringem Aufwand möglichst großen Nutzen und Gewinn zu verschaffen?
Damit Wohnungen wohnlich sind, müssen sie nicht nur entsprechend angeordnete Räume in der den Bedürfnissen angepassten Größe haben, sondern man muss es auch in ihnen aushalten können. Letzteres wird vor allem durch die Gewährleistung einer als angenehm empfundenen Temperatur, ausreichende Durchlüftung, Versorgung auch mit Warmwasser und Gewährleistung der benötigten Belichtung erreicht. Während die Architekten es verstehen, die erste Aufgabe entsprechend dem jeweils geforderten Standart zu lösen, wurde die zweite bisher noch vernachlässigt. Obwohl schon seit geraumer Zeit bekannt ist wie die energetischen Aufgaben bewältigt werden können, befinden sich die entsprechenden Lösungen bei den meisten Häusern auch heute noch fast auf mittelalterlichem Niveau im Gegensatz zu etwa der Fahrzeugindustrie. Obwohl diese wesentlich jünger ist als das Bauwesen, wurden die Autos im Laufe der hundert Jährlein, die seit ihrer Erfindung vergangen sind, so durchtüftelt, dass sie bei minimalem Treibstoffverbrauch ein Maximum an Leistung und Komfort bringen. Die Folge: Bei uns wird gegenwärtig noch 40% des gesamten Primärenergieverbrauchs für Raumwärme verschwendet, und das, obwohl es jetzt schon vereinzelte Passivhäuser gibt, die gegenüber der konventionellen Bauweise 80 % Energie einsparen und sich obendrein noch infolge des gut funktionierenden Lüftungssystems durch eine höhere thermische Behaglichkeit auszeichnen.
Wenn man sich solche Häuser, wie sie beispielsweise im Vogelviertel stehen, näher ansieht, ist das kein Wunder. Sie wurden so gebaut, wie es damals erschwinglich und praktisch war: 38er Ziegelwände, nicht besonders luftdicht in die Außenwände eingebaute Einfach- bestenfalls Kastenfenster mit Eisblumen im Winter, ungedämmte Massivdecke in Form einer Preußischen Kappe (schwach gewölbte Ziegel zwischen Stahlträgern) zum unbeheizten Keller, Holzbalkendecke mit Lehmauffüllung, kaum gedämmte Kehlbalkendecke zum Spitzboden. Solche Häuser sind nur warm zu kriegen, wenn sie gut geheizt werden. Früher qualmten die Schornsteine. Inzwischen ist die Ofenheizung durch Zentralheizung und Fernheizung ersetzt worden der Energieverbrauch hat sich dadurch aber nicht verringert. Die Leute waren froh, dass sie überhaupt ein Dach überm Kopf hatten; wenn die Briketts nicht reichten, heizten sie damals eben nicht. Es entstanden natürlich auch anders gebaute Häuser wie etwa protzige Fabrikantenvillen, städtische Mehrfamilienhäuser und vieles anderes mehr. Aber auch die haben mit den beschriebenen das Gemeinsame, dass man in die zweckmäßige Planung den späteren Energieverbrauch nicht einbezog. Besonders wurde diesbezüglich in solchen Zeiten gesündigt, wo kurzfristig mit möglichst geringem Aufwand die Wohnungsfrage gelöst werden musste wie etwa in den Nachkriegsjahren.
Die Wirtschaftlichkeit eines Hauses beruht eben nicht nur auf den Baukosten, sondern auch auf den Betriebskosten. Spätestens als die Energiekosten plötzlich anstiegen wie während den Ölkrisen 1973 und 1979, merkte man, dass es unwirtschaftlich ist so billig wie möglich zu bauen. Vor allem eine unzureichend gedämmte Gebäudehülle, aber auch wärmetechnisch nicht durchdachte Bauformen und uneffiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen verursachen solch hohe Betriebskosten, dass diese nicht durch niedrigere Baukosten kompensieret werden können. Heute hat man verstanden, dass wir nicht reich genug sind, um weiter so billig bauen zu können - und dementsprechend wurden sporadisch sich verschärfende Verordnungen erlassen, welche den Energieverbrauch einschränken sollen: Die sich von Mal zu Mal verschärfenden Wärmeschutzverordnungen
1977,1982 und 1995, die Energieeinsparverordnungen 2001, 2007 und 2009. Die EnEV2009 wurde am 18.03.09 beschlossen.
Der überwiegende Anteil unseres Wohnbestandes wurde jedoch bereits vor dem Inkrafttreten dieser Gesetze geschaffen, ca. 80% des Gebäudebestandes in Deutschland kann als Altbaubestand bezeichnet werden. Um ihn auf das zeitgenössische und jetzt gesetzlich vorgeschriebene Niveau zu bringen, müssen die Häuser rekonstruiert werden denn Gebäude sind nun mal wesentlich teurer als Autos. Abwrackprämien für ihren Abriss sind nicht zu erwarten.
Damit die erforderlichen Maßnahmen sich lohnen, müssen sie wohlüberlegt sein, muss u. a. eine auf der Grundlage einer lückenlosen Bestandsaufnahme fußende Bilanz zwischen der wünschenswerten Einsparung an Energie und den für diese notwendigen Rekonstruktionskosten aufgestellt werden. Dazu dient die jetzt verfügbare Gebäudeenergieberatung, die vom Staat gefördert wird, da die aus ihr resultierenden Maßnahmen nicht nur im Interesse der Hausbesitzer, sondern auch der Allgemeinheit sind - Sie tragen zur Reduzierung des Primärenergieverbrauchs, zur Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit zum Umweltschutz bei. Obwohl infolge des riesigen Bestandes an Altbauten ein großer Bedarf an Gebäudeenergieberatung zu erwarten ist und die Architekten die erforderlichen Grundkenntnisse zur allseitigen Erfassung der Gebäudesubstanz besitzen, gibt es zur Zeit noch wenige, die sich die erforderlichen zusätzliche Qualifikation angeeignet haben, um entsprechend den Vorschriften des Gesetzesgebers als Gebäudeenergieberater tätig sein zu können und das Recht haben, einen den Förderungsrichtlinien entsprechenden Beratungsbericht zu verfassen. Einen von ihnen kann man im Internet unter www.brunies.de aufrufen.
Mit der Beachtung der Energieeffizienz ist das Ziel der Bauplanung um ein neues Element erweitert worden, das auch auf die Formgebung nicht ohne Einfluss sein wird. Denn auch die Gebäudeform hat Einfluss auf den Energieverbrauch. Beispielsweise ist bekannt, dass spitz- und rechtwinklig aufeinanderstoßende Außenwände geometrische Wärmebrücken bilden. Was spricht also dagegen, auch die Gebäudeecken von Wohnhäusern auszurunden, wie es bei manchen Museen und anderen unikalen Gesellschaftsbauten zu sehen ist - etwa an den Le Corbusier-Kirchen Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp und Sainte Pierre? Gewiss ist die Bauausführung rechtwinkliger Gebäudeecken einfacher, zumal sich die Bauindustrie sich so etwas zwar schon angeeignet hat, aber noch nicht so, dass es in jedem beliebigem Fall wirtschaftlich ist - wie auch solche für Passivhäuser erforderlichen Bauelemente wie Fenster mit Dreischeibenverglasung in Warmrahmen und andere Bauelemente, welche die thermische Qualität der Gebäudehülle verbessern. Daher sind Passivhäuser gegenwärtig noch ca.10% teurer als andere. Das liegt aber nur daran, dass die Massenproduktion solcher Elemente noch nicht in Gang gekommen ist. Aber auch heute ist schon in den meisten Fällen die teurere, aber energieeffiziente Bauweise bei Neu- und Umbauten wirtschaftlich gerechtfertigt, da sie durch die niedrigeren Betriebskosten kompensiert werden.
Um sagen zu können, was sich lohnt und was nicht, ist allerdings eine sorgfältige Analyse des betreffenden Gebäudes erforderlich, die aber vertretbar ist, da durch die richtigen Maßnahmen Kosten eingespart werden. Wenn die Autoindustrie die bei der Herstellung größeren Aufwand verursachenden, dafür aber bei der Nutzung effizienteren Lösungen bevorzugt warum soll das dann bei der Bauindustrie nicht auch möglich sein?
Alle Zweige des menschlichen Schaffens entwickeln sich dadurch, dass man sie immer komplexer versteht. Immer neue Teilgebiete treten in den Fordergrund, müssen in die Überlegungen mit einbezogen werden und führen zu weiterer Spezialisierung und Kooperation. Heute ist es die Einbeziehung der Energieeffizienz in die Planung der Gebäude und damit ein erweitertes Verständnis ihres Zweckes. Von hier und heute geht eine Epoche der Baugeschichte aus und wir können sagen, dass wir dabei sind - es wurde jetzt offensichtlich, dass zu einer guten Bauplanung auch die Minimierung des Energieverbrauchs gehört.
Diplomingenieur Hans-Dietrich Brunies
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27.04.2009
architektur ENEV Wärmeschutz ArchitektEnergiehaushalt energieeffizienz
Architektur und Energie
2677
Hans-Dietrich
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Clara-Zetkin-Straße
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Vorlageberechtigter Diplomarchitekt steht zur Bauplanung von Wohn- und Gesellschaftsbauten zur Verfügung
Arbeitsprofil:
Neubau und Umbau: Anbauten, Lückenbebauung, Renovierung, Denkmalpflege,
Verknüpfung von Wohnbauten mit Gewerbeflächen und Garagen
Leistungen:
- Bauberatung, Bauanalyse, Aufmaß bestehender Substanz, sämtliche Leistungen der Gebäudeplanung einschließlich Kostenermittlung von der Grundlagenermittlung bis zur Bauüberwachung und Objektbetreuung
- Wärmeschutznachweis mit Energiepass, Schallschutznachweis, Bebauungspläne
-Übernahme von Leistungen der Tragwerksplanung und der Technischen Ausrüstung zur Weiterleitung an kooperierende Ingenieurbüros bzw. Vermittlung solcher Büros zur direkten Beauftragung
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